Zum Aschermittwoch (v. Günter Steurer)
Früher, als Kind und Jugendlicher war der Gang zum Aschermittwochsgottesdienst irgendwie selbstverständlich, weil es eben einfach so war, oder weil mich Eltern oder Oma geschickt haben. Ohne viel Aufsehens und Nachdenkens ... und mit einem Wisch am Abend war´s wieder weg, das Kreuz auf der Stirn.
Mit einem Wisch ist alles weg .... der Slogan aus der Werbung für ein Küchentuch aus Papier fällt mir dazu ein. Aber will ich das wirklich? Will ich es einfach so, achtlos wegwischen oder lasse ich mich darauf ein und denke ein wenig darüber nach?Das Lied „Meine engen Grenzen“ kommt mir in den Sinn. Lässt mich meine Schwächen, Fehler, Kurzsichtigkeiten erkennen - Grenzen eben. Und so wird mir das Aschekreuz auf meiner Stirn zum Symbol dieser Grenzen. Wegmarken meines eigenen Ich´s, Symbol meines Anfangs und meines Endes.
Es würde mich nicht geben, hätte Gott nicht in Geburt und Taufe gewollt sein „JA“ gesprochen. Und wie im Anfang wird er auch am Ende des Weges sein “JA“ sprechen - daran glaube ich, darauf vertraue ich: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jes 43, 1)“
Und in dieser Begrenztheit zwischen Anfang und Ende erkenne ich mein Leben und darf und möchte mit dem Aschekreuz auf meiner Stirn auch äußerlich sichtbar mein „JA“ auf die Einladung geben, in Jesu Nachfolge einzutreten - jeden Tag neu, mit Gottes Hilfe.